Vorstandsreise nach Wischgorod (PDF-Datei auf der Download-Seite)
Vom 5.-13. Oktober waren unsere Vorsitzende Gisela Steinbach und unser Beisitzer Helmut Willnat wieder in Wischgorod. Wir versuchen, dass wir jedes Jahr zweimal die Partner dort treffen, um die Arbeit zu koordinieren und generell den Kontakt zu halten. Außerdem wollen wir die Kinder besuchen, die wir mit der Medikamentenhilfe direkt unterstützen, damit wir den Sponsoren über „ihre Kinder“ berichten können.
Diesmal haben wir einen Direktflug mit der Lufthansa von Düsseldorf nach Kiew genommen. Am Flughafen holte uns Aleksej ab, der im Sommer 2009 als Dolmetscher die Kindergruppe begleitet hatte. Er hatte ein kleines Video über diese Kindererholung gemacht, in dem die Kinder ihre Eindrücke schildern und in dem er zeigt, was die Kinder so alles erlebt haben. Das Video ist wunderschön geworden.
In Wischgorod selbst haben wir das Meiste zu Fuß erledigt. Auf die Dörfer hat Oleg uns gefahren, der Vater von Mischa und Taras. Wir haben wieder viel miteinander gelacht.
Gespräch mit Bereginja
Bereginja berichtete, dass die Kinder und deren Eltern von der Erholung in Deutschland ganz begeistert waren. Die Zusammenarbeit mit dem Busunternehmen hatte aus der Sicht von Bereginja auch gut geklappt. Es war angenehm, dass der Bus die Kinder in Wischgorod aufgenommen und wieder abgeliefert hatte.
Die deutsche Visastelle hatte sich im Vorfeld sehr freundlich und hilfsbereit gezeigt, als es ein kleines Problem mit der zeitlichen Beschaffung der Papiere für ein Kind gegeben hatte. Darüber war Irina ziemlich erleichtert. Sie ist immer aufgeregt, wenn sie zur Visastelle muss, um die Formalitäten zu erledigen.
Das Lager in Wischgorod ist bereit. Wegen einer gesetzlichen Änderung musste das Lager offiziell begutachtet werden, ob es für die Lagerung der Hilfsgüter geeignet ist. Diese Prüfung ist reibungslos über die Bühne gegangen. Der Transport kann kommen.
Tatjana berichtete im Einzelnen über jedes Kind, dem wir bei der Medikamentenbeschaffung behilflich sind. Sie nannte Gisela neue Kinder, die wir anstelle derjenigen unterstützen werden, die jetzt aus unserer Liste herausfallen. Kinder werden von uns nicht weiter unterstützt, wenn sie das Erwachsenenalter erreichen oder wenn sich die Situation in der Familie so verbessert, dass unsere Unterstützung nicht mehr dringend erforderlich ist. Einige der Kinder, die von uns unterstützt werden, können sie hier finden. Sie können sich auch gern bei Gisela Steinbach melden, wenn sie uns bei der Medikamentenhilfe unterstützen möchten.
Besuche bei chronisch kranken Kindern
Einige Kinder begleiten wir seit Jahren und es ist wunderschön zu sehen, dass unsere Unterstützung ihnen wirklich hilft.
Noch vor anderthalb Jahren war die heute 7-jährige Miroslawa mit ihrer Leukämie ein trauriger Fall. Heute ist die Mutter überglücklich, weil die Chemotherapie gut angeschlagen hat und Miroslawa nun eine ganz normale Entwicklung nehmen kann.
Mukoviszidose ist eine Krankheit, für die es keine Heilung gibt sondern nur Erleichterung mit dauernder Medikamenteneinnahme. Schauen Sie sich den 12-jährigen Jurij an. Wir sind glücklich, dass er sich zu einem solch prächtigen Jungen entwickeln konnte. Wir, d.h. unsere Sponsoren bezahlen die Medikamente, die er ständig braucht.
Ein besonders Erlebnis hatten wir, als wir den 12 jährigen Igor besuchten. Seine Mutter ist sehr traurig, weil Aleksej nun schon ihr zweiter Sohn ist, der ein schweres Leiden hat. Vor kurzem hat man bei dem Jungen Diabetes Mellitus diagnostiziert und die Familie muss sich nun darauf einstellen. Natürlich werden wir ihm helfen, seine Teststäbchen kaufen zu können, die für ihn viel Geld kosten. Das Insulin bekommt er wahrscheinlich kostenlos und wenn er konsequent lebt, dann wird er fast normal leben können. Sein älterer Bruder Dima hat einen schweren Gehörschaden und wir hatten ihm vor 11 Jahren mit einem Hörgerät geholfen, dass er überhaupt zur Schule gehen konnte. Heute hat er die Schule abgeschlossen und eine Berufsausbildung begonnen. Es ist für uns der schönste Dank, wenn die Hilfe wirklich gelingt. Danke an die Spender, die uns dazu die Mittel in die Hand geben.
Allerdings sind wir auch wieder mit sehr traurigen Schicksalen konfrontiert worden. So lebt eine Kinderneurologin in einem Obdachlosenwohnheim, weil sie für ihr autistisches Kind eine Therapie bezahlen muss, ohne die das Kind keine Chance auf eine Beschulung hätte. Wir möchten hier gern helfen.
Eine andere Mutter hat eine geistig behinderte 15 jährige Tochter, für die sie ständig Pampers beschaffen muss und die sie zweimal jede Woche in die 50 km entfernt liegende Behindertenschule in Wischgorod begleiten muss. Die Wohnverhältnisse sind unzumutbar, aber sie kann sich nichts Anderes leisten. Trotzdem hält sie alles sehr in Ordnung und verliert ihren Lebensmut nicht.
Wenn es für uns schon schwer ist, diese Schicksale zu sehen, wie schwer ist es für die Menschen, damit zu leben!
Allgemeiner Eindruck
Rein optisch ist in der Ukraine eine deutliche Entwicklung zu erkennen. In Wischgorod selbst geschieht Einiges, das in der Stadt die Lebensqualität verbessert. Die Verwaltung legt Grünanlagen an und Spielplätze und es ist auffällig, dass diese Veränderungen von den Menschen angenommen und respektiert werden. Die Menschen laufen nicht mehr quer durch die Grünflächen und zertrampeln alles, sondern sie respektieren die angelegten Wege. Mütter sitzen mit ihren Kindern auf den Spielplätzen und insgesamt ist das Stadtbild sauber. Die schlimmsten Straßen wurden repariert, die Beleuchtung der Stadt wurde deutlich verbessert und vor den Häusern stehen neue Bänke, auf denen die Menschen traditionell sitzen und miteinander reden.


Gleichzeitig wird das Stadtbild aber geprägt von den neuen Großbauten mit bis zu 25 Stockwerken, Riesensilos für Kiewer, denen es in Kiew zu teuer wird. Einige Privatleute bauen sich hochherrschaftliche Häuser, die wie Schlösser aussehen und mit provozierend prächtigen Mauern umgeben sind. Dieser demonstrative Reichtum ist ebenfalls typisch für die Ukraine. Wer seinen Reichtum nicht zeigt, der hat keinen.
Auch wenn eine solche Reise nur wenige Tage dauert, sind die Eindrücke und Erlebnisse so vielfältig, dass man nicht alles in einem solchen Bericht erzählen kann. Der interne Bericht, der nach jeder Reise von den Teilnehmern erstellt wird, umfasst mindestens 10 Seiten. Schließlich müssen wir alle Verwendungen der Spenden genau belegen und rechtfertigen.
Grüße
Wir haben natürlich Grüße mitgebracht! Die Bereginjafrauen lassen ganz herzlich alle grüßen, die an der gemeinsamen Sache arbeiten. Außerdem trafen wir auf der Straße in Wischgorod Natascha mit ihrer Tochter Tanja. Natascha war schon zweimal als Betreuerin der Kindergruppe in Kierspe.
Auch alle Familien, die von uns unterstützt werden, tragen uns immer wieder Grüße an die Menschen auf, welche mit ihrer Arbeit und ihren Spenden so viel Gutes tun. Ein Mann sagte uns: „Ich glaube die Menschen, die uns Gutes tun, wissen gar nicht, wie gut all das Gute für uns ist.“
