Gastelterninformation
Liebe Gasteltern,
vielen Dank für Ihre Bereitschaft strahlenbelasteten Kindern aus der Tschernobyl Region einen Erholungsaufenthalt in Ihrer Familie zu bieten.
Wir möchten den Kindern einen Aufenthalt im Sauerland ermöglichen, die in der verstrahlten Zone leben müssen. Der im Wachstum befindliche Körper von Kindern reagiert besonders empfindlich auf radioaktive Strahlung, ist aber auch unter günstigen Bedingungen in der Lage sich selbst zu „reparieren“. Das geschwächte Immunsystem der Kinder wird schon durch den Klimawechsel (saubere Luft) gestärkt.
Gastfamilien
Die Kinder werden grundsätzlich in Gastfamilien untergebracht. Bei denen liegt auch die direkte Verantwortung für die Gäste. Allerdings liegt die letzte Verantwortlichkeit bei uns als Verein, da wir die Einladung aussprechen und auch die Bürgschaft für die Gäste bei der Visabeschaffung übernehmen. Aus diesem Grund möchten wir die Gäste mindestens einmal während ihres Aufenthaltes in Deutschland sehen. Dazu dient der „Gäste- und Gastelterntreff“, den wir für jede Gruppe durchführen. Sollten Sie aus wichtigen Gründen verhindert sein holen wir ihren Gast dazu auch gerne ab. Eine unserer russichsprachigen Betreuerinnen, Frau Siebert oder Frau Koslowsky, sind bei diesen Treffen immer anwesend. Für Gäste und Gasteltern ist dieses Treffen wichtig; die Gäste können ihre ukrainischen Freunde sehen und die Gasteltern können Erfahrungen austauschen oder sich zu gemeinsamen Unternehmungen verabreden. Können wir einen Gast bei dem Treffen nicht begrüßen, werden wir uns telefonisch bei Ihnen melden oder ihren Gast besuchen kommen.
Betreuung in russischer Sprache
Viele Probleme entstehen erst gar nicht, wenn Sie zu Beginn des Aufenthaltes dem Kind ganz klar zu verstehen geben was in Ihrer Familie üblich ist und wo es sich anpassen muß, damit das Zusammenleben über die ganze Zeit erfreulich ist. Dabei ist es eine gute Hilfe, wenn Sie zu Anfang einen Dolmetscher dabei haben. Vielleicht kennen Sie eine Aussiedlerfamilie, die Ihnen beim Übersetzen behilflich ist.
Als Verein haben wir Frau Irina Siebert und Frau Rita Koslowsky damit beauftragt unsere Gäste in ihrer Muttersprache zu betreuen. Schon in Wischgorod bekommt jeder neue Gast ein Visitenkärtchen von den beiden Frauen. Darauf steht eine Begrüßung und der Hinweis, dass das Kind sich telefonisch an sie wenden darf. Uns ist wichtig, dass Sie es den Kindern auch erlauben.
Versicherungen
Alle Kinder sind für die Zeit ihres Aufenthaltes in Deutschland Kranken- Unfall- und Haftpflichtversichert. Die Krankenversicherung gilt allerdings nur für akute Fälle und nicht für alle möglichen Untersuchungen. Vielleicht ist Ihr Hausarzt auch bereit, wie das vielfach geschieht, das Kind kostenlos zu behandeln. Wir haben eine Krankenversicherung für unsere Gäste gefunden, die nur kostengünstig bleibt, wenn sie nicht allzu oft in Anspruch genommen wird. Müssen Sie am Wochenende mit Ihrem Gast zum diensthabenden Notarzt, dann muß die weitere Behandlung von demselben Arzt vorgenommen werden! Vor einem Arztbesuch ist es zwingend erforderlich eine der folgenden Personen zu informieren:
Gisela Steinbach: 02359/903173
Hein Geitz: 02264/8510
Barbara Rittinghaus: 02359/7969
Ernährung
Die Ernährung mit frischen, nicht belasteten Lebensmitteln, sowie Obst, Milch, Multivitaminsäften, Fleisch- und Wurstwaren ist wichtig. Besonders wichtig ist für die Kinder aber ein harmonisches und fröhliches Zusammenleben; daher sollten Sie sich bemühen über kleine Eigenheiten Ihres Gastes, wenn sie Ihren Alltag nicht belasten, hinwegzusehen. Einige solcher Eigenheiten sollen hier aufgezählt werden. Das Essen von Gemüse ist oft ein Problem. Da die Kinder viele Gemüsesorten nicht kennen, auch wegen der radioaktiven Belastung in der Ukraine nicht essen dürfen, wollen sie sie hier auch nicht essen. Gurken und Tomaten kennen und mögen sie allerdings meistens. Wir raten Ihnen deshalb von „Erziehungsversuchen“ abzusehen und den Kindern statt dessen Obst anzubieten. Fast alle Kinder lieben Obst, und das ist der beste Ersatz für Gemüse.
Milch und alle Milchprodukte sind natürlich auch sehr wichtig. Sie werden sicher herausfinden in welcher Form „Ihr Kind“ Milch mag. Mit Süßigkeiten sollten Sie sehr zurückhaltend sein.
