Auch 2010 wieder Kinder aus strahlenbelastetem Gebiet zur Erholung in Deutschland

Morgens um 3 Uhr des 6. Juni kamen die Kinder in Kierspe an, die von ihren Gasteltern für drei Wochen zur Erholung nach Deutschland eingeladen sind. Sie kamen mit dem Linienbus des Unternehmes Kaufmann-Reisen aus Koblenz, das wir erstmals für diese Kindertransporte engagierten.

Einige Kinder waren schon früher in Kierspe gewesen und nun erneut von ihren damaligen Gasteltern eingeladen worden. Die Begrüßung fiel entsprechend herzlich aus.
Aber auch alle Kinder, die zum erstem Mal nach Kierspe kamen, wurden mit großer Herzlichkeit von ihren Gasteltern empfangen.

Nachdem Gisela Steinbach und Antje Krings-Hawlina die Kinder den jeweiligen Gasteltern zugeordnet hatten, konnten die Kinder mit ihren Gasteltern "nach Hause" und in ihre frischen Betten. Natürlich werden sie an diesem Sonntag erst einmal gut ausschlafen und werden sich dann mit ihrer neuen Umgebung vertraut machen und anfangen, sich mit ihren Gasteltern zu verständigen.
Sie treffen zwar auf eine andere Kultur, aber die Wärme und Freundlichkeit der Gasteltern und die Neugierde der Kinder werden sehr schnell zu einem herzlichen Miteinander führen. Zusätzlich bieten wir Gasteltern und Gastkindern ein kleines Glossar an, das für die erste Verständigungsmöglichkeit helfen kann.
Für den Fall kleinerer oder größerer Missverständnisse haben die Kinder eine Übersetzerin mitgebracht und außerdem stehen uns deutsche Personen zur Verfügung, die der russischen Sprache mächtig sind.
Während der nächsten drei Wochen boten wir den Gasteltern an, dass die Kinder während der Woche vormittags betreut werden. Viele Einzelpersonen, Vereine, Organisationen und Unternehmen haben sich bereit erklärt, mit den Kindern etwas zu unternehmen, so dass die kleinen Gäste ein sehr schönes und abwechslungsreiches Programm erleben werden. Die Bilder sollen Ihnen einen kleinen Eindruck von dem vermitteln, was die Kinder hier erlebt haben.

Valentina war als
Dolmetscherin und
Pädagogin mit der
Gruppe gekommen.
Sie ist von Beruf
Deutschlehrerin an einer
deutschen Schule in Kiew.
Natascha war die
medizinische Betreuerin
der Kinder. Sie hat viel
Erfahrung im Umgang mit
Kindern und beide
Betreuerinnen ergänzten
sich hervorragend.

Die beiden Betreuerinnen halfen den Kinder auf spielerische Art sich kennen zu lernen und zu einander zu finden. Sie kommen zwar alle aus demselben Kreis Wischgorod, aber nur wenige kannten sich aus der Schule.
Das eigentliche Betreuungsprogramm starteten wir erst am folgenden Tag.
Töpfern ist mit Margit ein faszinierendes Erlebnis
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Töpfern, für die Kinder eine völlig unbekannte und ungewohnte Tätigkeit, aber so faszinierend, dass sich niemand ausnahm. |
Zwei Mitarbeiterinnen unseres Vereins boten den Kindern an,
einen Vormittag mit ihnen zu kochen.
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Nachdem das Essen fertig war, wurden die Kinder damit bewirtet und es schmeckte ihnen gut. |
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Welches ukrainische Kind hat schon einmal solch eine Institution besucht
wie eine Feuerwehr. In Kierspe ist das möglich.
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Und zum Schluss noch eine Cola, für ukrainische Kinder der Inbegriff eines köstlichen Getränks.
Wir danken der Feuerwehr Kierspe ganz herzlich, dass sie den Kindern jedes Jahr ein solches Erlebnis bereitet. |
Zwar kommen die Kinder aus einem ländlichen Gebiet, aber dennoch gehört der Umgang mit großen Tieren nicht zu ihrem Alltag. Wir bedanken uns beim Ponyhof Isenburg in Kierspe ganz herzlich, dass die Kinder jedes Jahr dort einen Vormittag erleben können.
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Die gesamte Gruppe einschließlich der Gasteltern und ihrer eigenen Kinder trafen sich zu einem gemeinsamen Tag im Affen- und Vogelpark Eckenhagen. Die ukrainischen Kinder erhalten dort freien Eintritt und darüber hinaus ein "Taschengeld", das ihnen die kostenlose Nutzung von zwei Fahrgeschäften ermöglicht. Das Gelände ist sehr schön angelegt, es gibt für die Kinder viel zu tun und einiges zu sehen und zum Schluss oder bei schlechtem Wetter lockt die große Halle, aus der die Kinder kaum noch heraus zu bekommen sind. Der Erlebniswert ist einfach zu groß!
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Bei solchen Aktivitäten sind Vögel und Affen fast nebensächlich.
Aber man bekommt davon Hunger. Wie gut, dass wir dort eine Hütte zur Verfügung gestellt bekamen und alle zusammen dort unser mitbebrachtes Essen teilen und verzehren konnten. |
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Das und noch viel mehr gab es für die kleinen und größeren Gäste zu tun und zu erleben.
In Halver gibt es das Kreativhaus Schüreichhoven, dessen Inhaberin unsere ukrainischen Gäste jedes Jahr zu einer Schatzsuche mit anschließendem Waffel-Essen einläd. Die Kinder hatten sich für diesen Besuch in Burgfräulein und Ritter oder Junker verkleidet und waren sehr gespannt, wozu das wohl gut war.
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Als die Burgherrin eine Schatzkarte offenlegte, trieb es selbst die schönen Burgfräulein in unwegsames Gelände.
Zum Glück brachten nach vollendeter Schatzsuche leckere Waffeln die Kräfte wieder zurück und die Kinder bedankten sich mit einem Lied, das sie durch Bewegungen unterstützten. |
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Ein ganz besonderes Angebot macht unseren Gastkindern jedes Jahr der Salon Haar + Trend in Marienheide. Die Kinder werden dort an einem Vormittag kostenlos frisiert. Sie dürfen sich eine Frisur an Hand von Bildern aussuchen und gehen dann mit einem neuen Kopf wieder nach Hause. Ein faszinierendes Erlebnis, insbesondere für die Mädchen. Schauen Sie selbst.
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Ganz herzlichen Dank diesem super Haar-Team! |
Auch der SGV in Kierspe lädt unsere ukrainischen Gäste jedes Jahr zu einer Wanderung mit Würstchenessen am Wienhagener Turm ein. Da diese Kinder viel Bewegung an frischer Luft nicht gewöhnt sind und oft als Wirkung der Strahlenbelastung auch wirklich antriebsschwach und körperlich wenig leistungsfähig sind, trägt diese Aktivität zusammen mit den anderen Aktivitäten ihres Urlaubs bei uns, sehr zu einer Stabilisierung ihrer Gesundheit bei. Das ist aber nur der Aspekt von uns Erwachsenen, die wir den Kindern diesen Aufenthalt ermöglichen und schön machen. Die Kinder finden an solchen Aktivitäten einfach nur ihren Spaß.
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Es ist nahezu unfassbar, aber die meisten der Kinder haben noch nie gebastelt oder irgendetwas mit ihren eigenen Händen gebaut oder geformt. Sie werden unterrichtet im Tanzen und Singen, in Instrumenten und Malen, aber handwerkliches scheint ihnen sehr fremd zu sein. Darum ist es für sie immer ein besonderes Erlebnis, wenn sie bei uns basteln und sie sind stolz auf das, was sie geschaffen haben.
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An einem Sonntag stellte sich die Gruppe im Gottesdienst der Freien ev. Gemeinde in Kierspe vor, in deren Räumen die vormittägliche Betreuung stets stattfand, wenn die Gruppe nicht auswärts etwas unternahm.

Der Gottesdienst war auf die Kinder abgestimmt, die aber während der Predigt in Nebenräumen in ihrer Sprache betreut wurden.
Die Kinder sangen zwei Lieder, von denen eins davon handelte, dass die Liebe wie ein kleines Korn wächst und weltumspannend werden kann.
Genau dies wollen wir die Kinder selbst auch spüren lassen und wir haben den Eindruck, dass die Kinder in ihren Gastfamilien sehr gut verstehen, dass sie wichtig sind und geliebt werden.
Schon seit Jahren lädt der MSF-Tornado Kierspe e.V. unsere ukrainischen Gäste und deren Gastgeschwister bei freiem Eintritt zu einem Motoballspiel ein. Dabei gibt es für die Kinder ein freies Getränk und eine Wurst zusätzlich. Die Kinder genießen diese Aufmerksamkeit sehr. Obwohl die Ukraine auch Motoball-Mannschaften hat, ist den Kindern aus der Umgebung von Kiew dieser Sport unbekannt und sie (auch die Mädchen!) ganz fasziniert von dem Geschehen auf dem Platz.
Wenn sie dann nach dem Spiel von den Jungs noch auf den Motorrädern auf eine Platzrunde mitgenommen werden, dann strahlen die Gesichter wie zu Weihnachten.
Danke, Tornados, dass ihr das für die Kinder tut!
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Unsere Landschaft ist reich an Sehenswürdigkeiten. Eine der Besonderheiten, die ukrainische Kinder kaum zu sehen bekommen werden, sind Tropfsteinhöhlen. Die Atta-Höhle bietet den Kindern einen stark ermäßigten Eintritt und darum gehen wie jedes Jahr einmal in diese Höhle.
Bei einem solchen Programm geht auch schon mal etwas schief. Zum Glück gibt es immer flexible Freunde und Mitarbeiter, die rasch eine Alternative ermöglichen. So kamen die Kinder zu einer ungeplanten Gartenparty bei Steinbachs.
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Bei dieser Gelegenheit lernten sie auch die Deutsche Beschaulichkeit kennen und die deutschlandweit einzige Zwergenfußballmeisterschaft. |
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Nach einer schönen kleinen Wanderung am Rand von Kierspe entlang, nach dem Toben im großen Garten und nach den Leckereien, die Gisela Steinbach auftischte, waren alle richtig guter Stimmung. |
An einem Nachmittag lud der Schwimmverein Kierspe die Kinder zu einem Schwimmspaß in den Räukepütt.
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Solch ein Vergnügen kennen unsere ukrainischen Gäste zu Haus nicht. Hallenschwimmbäder gibt es für sie bestenfalls in Kiew und die sind für sie unerreichbar.
Wer sagt denn, dass ukrainische Teenies nicht cool wären? |
Es ist sehr schön, dass die Kinder durch den Heimatverein Kierspe das alte Handwerk des Brotbackens im Steinofen kennen lernen können, ja es sogar ausüben dürfen. Unter fachkundiger Anleitung fertigten sie den Teig, kneteten ihn und formten den Brotlaib. Danach brauchten sie nur noch zu warten, was der Steinofen daraus machte und konnten anschließend ihr eigenes Brot mit nach Hause nehmen. Ein tolles Erlebnis für die Kinder.
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Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende. Am 23. Juni brachten die Gasteltern "ihre" Kinder wieder nach Kierspe zum Bus, der am Hagebaumarkt ankommen sollte. Dass er sich wegen einiger Umleitungen verzögerte war nicht so schlimm, denn Gasteltern und Gastkinder genossen noch die paar Minuten, die sie länger zusammen sein konnten.
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Als der Bus ankam, wurde sorgfältig geprüft, dass kein Kind fehlte und dass alles Gepäck mitkam, das den Kindern gehörte. Das Linienbusunternehmen, das die Kinder aus Wischgorod gebracht hatte, fuhr sie auch wieder zurück nach Wischgorod.
Nach einer ausgiebigen Pause in L'viv kamen die Kinder am Sonntagmittag wohlbehalten in Wischgorod an. Für die Reise hatten sie ausreichend Getränke und Essen von ihren Gasteltern mitbekommen und für die Nacht gab es genug Decken für jeden, der schlafen wollte.
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Für die Organisatoren ist ein solcher Erholungsaufenthalt immer sehr anstrengend, weil ständig viele Dinge geändert werden müssen oder schief gehen. Schaut man aber in die Augen der Kinder und sieht man, wie sich ihr Aussehen in diesen drei Wochen positiv verändert hat, dann weiß man, dass es richtig ist und dass man diese Arbeit wieder tun wird.




































































